11. Januar 2014

Zeit zu handeln - 10 Jahre vergangen seit der EU Aufforderung, die Rechte taubblinder Menschen anzuerkennen und Ihnen Geltung zu verschaffen!

Tatsächlich ist es dieses Jahr bereits 10 Jahre her, dass das Europäische Parlament alle Mitgliedsstaaten aufgefordert hat, die Rechte taubblinder Menschen anzuerkennen und Ihnen Geltung zu verschaffen. Vor 5 Jahren hat die Bundesregierung die UN-Behindertenrechtskonvention unterzeichnet. Und immer noch sind die Rechte taubblinder Menschen nicht gesetzlich geregelt. Immer noch kämpfen sie, wir mit ihnen so wie viele Einrichtungen und Ehrenamtliche in jedem Einzelfall um die Anerkennung des besonderen Bedarfs wie beispielsweise Taubblindenassistenz. Viele Einzelfälle sind inzwischen bei Behörden, Ministerien, Institutionen, in Fernsehbeiträgen und Zeitungsartikeln dokumentiert. Viele weitere Beispiele liegen vor. Von einer großen Dunkelziffer von taubblinden Menschen, die unnötig in Isolation leben, ist auszugehen.

Die Stiftung taubblind leben handelt. Wir haben im vergangenen Jahr erfolgreich begonnen, taubblinde Menschen zu suchen und zu finden. Über Öffentlichkeits- und Vortragsarbeit in Einrichtungen und unterschiedlichsten Institutionen ist es uns gelungen, über 100 taubblinde und stark hörsehbehinderte Menschen ausfindig zu machen. Wir stellen fest, dass ein hoher Beratungs-, Assistenz- und Rehablitationsbedarf vorliegt.

Mit der Studie zur Teilhabe und Inklusion von Menschen mit Hörschädigung in unterschiedlichen Lebenslagen in Nordrhein-Westfalen von Prof. Thomas Kaul und Prof. Mathilde Niehaus u. a. (Universität Köln) liegt zudem eine wissenschaftliche Dokumentation vor, die qualifiziert beschreibt, wie gravierend das Maß der Ausgrenzung taubblinder und hörsehbehinderter Menschen ist. Wir haben bereits über die Studie berichtet. Der DBSV hat zum Beginn des Jahres eine Stellungnahme zu dieser Studie veröffentlicht, die wir ausdrücklich unterstützen. Sie finden diese Stellungnahme als Link unter dieser Meldung. In NRW besteht damit Aussicht, dass zeitnah wirksame Maßnahmen erfolgen.

koalitionsvertrag136-1

Im Koalitionsvertrag der neuen Bundesregierung ist Taubblindheit als besonderer Schwerpunkt verankert. Wir appellieren an alle Verantwortlichen und Entscheidungsträger, dass 2014 bundesweit ein Jahr des Handelns wird. Taubblinde Menschen warten darauf, dass die lange überfälligen gesetzlichen Grundlagen für eine angemessene Unterstützung geschaffen werden und sie ihr Teihalberecht verwirklichen können.

Link zur Stellungnahme des DBSV zur Studie

 

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