AUS für Beratungsstelle in NRW?
Mit großer Enttäuschung haben wir zur Kenntnis genommen, dass eine Finanzierung der Beratungsstelle für taubblinde Menschen in Recklinghausen immer noch  nicht in Sicht  ist und das Ministerium für Arbeit, Integration und Soziales in NRW zunächst eine Forschungsarbeit in Auftrag geben will. Die Landschaftsverbände weisen 263 Menschen mit entsprechenden Merkzeichen aus, dazu kommt unserer Schätzung nach die gleiche Anzahl von Menschen, die nur eines der Merkzeichen haben, aber dennoch eine starke doppelte Sinnesbehinderung aufweisen und entsprechenden Unterstützungsbedarf haben. Es steht völlig außer Frage, dass taublinde Menschen eine kompetente Anlaufstelle benötigen. Bereits für die Kommunikation ist eine Ausbildung der Berater notwendig.  Um so unverständlicher ist die Ablehnung der Aufrechterhaltung einer erprobten, bewährten und kompetenten Beratungsstelle. Dies ist ein großer Rückschritt in NRW. 

Wohin sollen taubblinde Menschen sich wenden, wenn sie Hilfsmittel, Rehabilitationsmaßnahmen oder persönliche Assistenz benötigen? Wie kann ein taubblinder oder stark hörsehbehinderter Mensch seine berechtigten Ansprüche in NRW ohne eine solche Beratungsstelle umsetzen. Es gibt keine Stelle, die in der Lage ist, hinreichend mit taubblinden Menschen zu kommunizieren, eine Grundvoraussetzung. Dringend brauchen wir in NRW eine praktikable Lösung. Angesichts der besonderen Schwierigkeiten, die durch die doppelte Sinnesbehinderung entstehen und angesichts der vielen Erfahrungen und Fakten, die gerade in  NRW bereits vorliegen, erscheint die zögerliche Haltung der Regierung besonders unverständlich.

Taubblinde Menschen benötigen bereits Assistenz, um Assistenz zu beantragen. Es liegt in der Verantwortung der Gesellschaft, sicherzustellen, dass dies möglich ist. Weder Integration noch Inklusion, nicht einmal minimale Teilhabe an der Gesellschaft sind möglich, wenn dies nicht gegeben ist. Hier ist dringend Handeln angesagt. Die Pressemitteilung des Deutschen Instituts für Menschenrechte verweist ebenfalls auf den Handlungsbedarf. In Bayern ist mit dem Fachdienst Integrations Taubblinder Menschen ITM ein Ansatz gefunden. Andere Bundesländer sollten hier schnell nachziehen!

Meldung vom 06.05.2011
 

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