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Hier können Sie Beiträge lesen und verfassen. Diese Rubrik gibt Ihnen die Möglichkeit, sich zur Situation taubblinder Menschen zu äußern. Wir bitten Sie um Verständnis dafür, dass wie die Beiträge redaktionell überprüfen, bevor wir sie freischalten. Dies kann unter Umständen auch einmal ein paar Tage dauern.

Sie haben außerdem die Möglichkeit, einen Eintrag im Gästebuch vorzunehmen und uns dort eine Rückmeldung zu dieser Stiftung und der Homepage zu geben. Gerne können Sie sich auch die Kommentare aus der Unterschriftenliste ansehen.


Beiträge 

 
#8 IR 2011-08-14 22:00
zitiere obbi:
Im Rahmen meiner Tätigkeit in der Beratungsstelle für Hör- und Sprachgeschädigte bin ich immer auf der Suche nach Informationen, rund um das Thema Taubblindheit. Wie schön, dass es diese tolle Seite gibt!

Eine Klientin berichtete von der sogenannten "Kuba-Therapie" ( eine teure Operation, die nur in Kuba durchgeführt wird, soll die Erblindung verhindern können). Wer kann mir Informationen dazu geben? Wer hat Erfahrungen damit gemacht, die er berichten kann?

Gerade versuchte ich mein Glück im Chat. Leider war niemand da. Gibt es bestimmte Zeiten, wann man jemand erreichen kann? Verabredet man sich vorher in den Chat?

E.Feneis-Schuster


Hallo, vielen Dank für das Lob, das freut uns sehr. Und - ja für den Chat ist eine Verabredung nicht schlecht. Wir schaffen es noch nicht, ihn dauerhaft zu besetzen. Einfach mal mailen. Hinsichtlich der Kuba Therapie habe ich gemischtes gehört. Hier würde ich mich an Pro Retina oder das Deutsche Taubblindenwerk wenden.
Herzliche Grüße,
Irmgard Reichstein
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#7 2011-03-16 20:22
HI,

bin ganz neu im Land der Taubblinden, da bei meinem Freund und Vater meiner Kinder das Usher Syndrom in schwerer Form diagnostiziert wurde. Und es schreitet unglaublich schnell fort. Bin noch völlig fertig, weil der Kampf mit den Behörden die Hölle ist aber die Reaktionen der Menschen in unseren Umfeld sind noch viel erschreckender. Sie haben eine regelrechte Mobbingattacke gegen meinen Freund veranlaßt, behandeln ihn es wäre er schwer geisteskrank, dabei ist er hochintelligent. Es ist eine Schande wie man in unserer Gesellschaft mit behinderten Menschen umgeht.
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#6 IR 2011-03-06 10:34
Statement einer Taubblindenassistentin

Ich bin ausgebildete Taubblindenassistentin und habe im Rahmen dieser Tätigkeit schon vielen Taubblinden ermöglicht, am Leben teilzuhaben in ganz unterschiedlicher Weise. Einer meiner Schwerpunkte ist mit Taublinden Sport zu machen. Ich habe selber erfahren, wie viel möglich ist, aber auch die Taubblinden haben erfahren was sie alles machen können, wenn sie einen Assistenten an ihrer Seite haben. So habe ich oft gehört, das ein Taubblinder sagt: das habe ich zum ersten Mal gemacht - z.B. Tandemfahren, das erste mal 40 km fahren, paddeln, rudern oder gar an einem Wettkampf teilnehmen und dann für die erbrachte Leistung auch eine Medaille zu erhalten - tolle Momente wenn man in strahlende Gesichter schaut, weil jemand ein schönes Erlebnis hat trotz seiner doppelten Sinnesbehinderung. Einige Taubblinde, die ich über längere Zeit kenne, haben in dieser Zeit deutlich an Selbstbewußtsein und Selbstvertrauen gewonnen.

Assistenz heißt für mich in den meisten Fällen ehrenamtlich zu arbeiten. Ich kann es mir leisten “Zeit” zu geben. Zeit geben heißt aber z.B. im Rahmen einer Freizeitbegleitung 14 Tage jeweils 14 Stunden sich voll und ganz auf einen anderen Menschen einzustellen, ihm die “Welt” zeigen und immer voll konzentriert sein, ihn sicher von einem Ort zum anderen zu begleiten, ihm alles zeigen oder erklären, was gerade zu sehen ist, oder etwas übersetzen ( mal eben einen Vortrag von 45 Minuten ) , mit ihm Sport machen oder ein Museum zu besuchen oder, oder .... - aber auch ein Taubblinder möchte in seinem Urlaub nicht ab 16 Uhr auf dem Zimmer verbringen?
Die Belastung ist so hoch, weil nicht genügend Assistenten da sind, darüber hinaus für einen Tageseinsatz eine Aufwandsentschädigung von 30 € vom Taubblinden erhalten - einem Stundenlohn von ca 2 €. Wir sind hoch qualifiziert und leisten gute Arbeit!!!! Meine Assistentenkollegen müssen darüber hinaus in der Regel “normales Geld” verdienen und habe von daher nicht die Zeit eine Freizeitbegleitung zu machen oder müssen sich dafür Urlaub nehmen. - Entspricht das dem Grundsatz der Gleichbehandlung bezogen auf andere Behindertengruppen???

Bei meiner Arbeit stoße ich dann an Grenzen, wenn ich z.B. eine Bedarf sehe bei fehlenden Hilfsmitteln und Anträge gestellt werden müssten. Dafür bin ich nicht ausgebildet, da wäre es gut und richtig einen Taubblinden an eine Beratungsstelle zu verweisen, die speziell auf die Bedürfnisse der Taubblinden eingestellt ist, wo ihm dann geholfen wird.. Momentan kann ich sie noch an Frau Benard verweisen, die ehrenamtlich all ihre Energie, Zeit und auch ihr Geld in diese Arbeit steckt, aber was ist, wenn es mal eine Frau Benard nicht mehr gibt????

Die UN Konvention sagt : jeder - ich betone: jeder - hat das Recht auf Teilhabe am Leben in der Gemeinschaft. Ich habe erfahren, das auch Menschen mit doppelter Sinnesbehinderung teilhaben können, wenn sie nur die Chance dazu bekommen. Dazu gehört eine Beratungsstelle, gut ausgebildete Assistenten und auch eine entsprechende Entlohnung der Assistenten für diese Arbeit. Es kann nicht sein, das dass Wohl taubblinder Menschen von ehrenamtlicher Tätigkeit abhängt!!!


Ulrike Hampel - Taubblindenassistentin
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#5 IR 2011-03-06 10:29
Hallo, ich finde Ihre Aktion für die Taubblinden ebenfalls sehr wichtig. Zur Logogestaltung (Button Taubblinde) schließe mich dem Kommentar meines Bruders Dieter Großeberkenbusch an, d.h.:
1. Durch die zwei Farben der dargestellten Hände wird assoziiert, das es sich um unterschiedliche Rassen handelt (hellbraun= weißer Mensch, dunkelbraun = schwarzer Mensch). Assoziationen zu Afrika, Apartheit, Humanitärer Hilfe etc. sind durch diese Bildsymbolik beim Betrachter vorprogrammiert.
2. Symbolisiert wird nicht (wie oben auf der Webseite das Bild der jungen Frau mit Augenklappe und Kopfhörer) die Behinderung, sondern durch Darstellung der Hände das Lormen als Teil des Taubblindseins. Lormen kennen nur die wenigsten und so bleibt der inhaltliche Bezug des Logos den meisten verborgen.
3. Die Typografie „Taubblind“ auf dem Button ist im Verhältnis zu den dargestellten Händen zu minimiert. Bei etwaigen Verkleinerungen z.B. beim Faxen oder als kleines Symbol auf Visitenkarten wäre der Schriftzug nicht mehr lesbar.
4. Hinweise und Gebote sind per Übereinkunft üblicherweise Weiß auf blauem Grund dargestellt ( so z.B. das Logo mit dem weißen Stock). Hier eine neue Farbsymbolik zu verwenden, kann kontraproduktiv sein. Zu Überlegen ist vielleicht auch, evtl. die „klassischen Farben“ des Logos für Blinde: Hintergrund Gelb mit den drei schwarzen Punkten zu verwenden. Dieses Logo für Behinderte ist seit über hundert Jahren in Deutschland etabliert und allgemein bekannt. Der Wiedererkennungswert wäre um ein Vielfaches grösser. Die Figur mit dem weissen Stock auch „Wanderabzeichen“ genannt ist m.E. als Bildsymbol auch ziemlich fragwürdig, zumal es diese mittlerweile in einer Vielzahl von Variationen gibt.
MfG Armin Großeberkenbusch 16. Februar 2011, NRW
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#4 IR 2010-11-11 12:09
Hier ein Beitrag zum Thema Dunkelziffer, denn aufgrund des fehlenden Merkzeichens wissen wir nicht, wo taubblinde Menschen leben und wie viele es wirklich sind:

Ganz ehrlich-mich gruselt immer wenn ich diesen Satz lese: die Dunkelziffer ist groß.In welchem Jahrhundert leben wir eigentlich?, frage ich mich dann. Aber es scheint ein Teufelskreislauf zu sein und solange taubblinde Menschen nicht gesondert ein Budget bekommen um am normalen gesellschaftlichen Leben außerhalb der Familie/ Heim teilnehmen zu können, wird sich wohl kaum etwas ändern.

Wie mein Mann schon richtig sagt: uns gibt es doch gar nicht...und wenn ich nicht so ein verrücktes Huhn kennengelernt hätte, würde ich jetzt auch vereinsamt im Heim vor mich hin vegetieren...

Ich lebe mit ihm nun sechs Jahre zusammen und wir sind seit vier Jahren verheiratet und noch nie habe ich soviel Ablehnung der Menschen/ Gesellschaft erfahren. Selbst manche Ärzte bei Arztbesuchen reagieren erschrocken, wenn ich im Vorgespräch erkläre, dass mein Mann durch eine Meningitis taubblind geworden ist. Und dann immer die Frage: wie kann man so leben? Ist das nicht eine Aussage, die dann nicht verwundert, dass wir "Normalen" nicht auf Taubblinde zugehen möchten/ können? Selbst ich als Partner werde doch sogar gemieden, selbst von der eigenen Familie, nur weil ich mit "so einem" lebe. Und so kann ich nur für mich erklären, dass sich Angehörige und Betroffene zurückziehen.

Peter Hepp hat einmal die Frage gestellt: Wollt ihr uns? Das stand in einem Artikel von 2001, den ich im Internet fand. Die Antwort der allgemeinen Gesellschaft ist ganz klar: NEIN- wir können mit euch nichts anfangen...traurig aber wahr.

Und wer immer mag, kann mal unter www.2sames.de in ein Projekt über behinderte und nichtbehinderte Partner schauen. Vielleicht gibt es ja noch mehr Paare, die sich melden und mitmachen möchten.

Ich bin auf jeden Fall dabei, schon aus Trotz. Ich werde nie aufgeben.

Alles Gute
A. Reithmeier, Hamburg
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#3 IR 2010-11-09 07:29
Hier ein weiterer Kommentar aus der Unterschriftenliste:
Auch Taubblindengeld sollte eingeführt werden, dürfte etwas höher als das eigentliche Blindengeld sein, wegen der besonderen Kosten, zum Beispiel für die Assistenz und Ausgleich finanzieller Benachteiligungen durch Erwerbsminderungsrente, viele Taubblinde, vor allem späterblindete Gehörlose, sind Frührentner, ich bin Teilrentner und kämpfe jetzt für ein Sabbaticalteilzeit, in den Wintermonaten will ich 4 Monate Pause haben. Auch Taubblinden sollten Auslandsreisen ermöglicht werden und auch das Taubblindengeld sollte nicht erlöschen, wenn der Tbl. seinen Wohnsitz ins Ausland verlegt bzw. das beabsichtigt, damit es keine Nachteile und Diskriminierungen bei der Visumerteilung entstehen. So ähnlich wie bedingungsloses Grundeinkommen. Aber nur Taubblinde mit deutscher Staatsbürgerschaft sollten deutsches Taubblindengeld bekommen, so dass eventueller Missbrauch ausgeschlossen wird. Damit auch ausländische Taubblindenassistenten bezahlt werden können, auch ausserhalb der EU, zum Beispiel in den USA, Brasilien, Chile, Australien usw. Es ist deshalb so wichtig, dass Taubblinde auch alle Möglichkeiten ihrer Lebensgestaltung wie gesunde und sehende Menschen behalten. Und späterblindete Gehörlose nichts wegen Erblindung aufgeben müssen, eine Erblindung bei Gehörlosigkeit darf kein Lebensplan über den Haufen werfen. Diskriminierungen Taubblinder und Hörsehbehinderter dürfen weltweit in keinem Lebensbereich mehr vorkommen. Ich erinnere mich gut an ein Beispiel, dass ein deutscher Arzt wegen eines mongoloiden Sohnes wieder aus Australien abgeschoben werden sollte, aber die Bevölkerung seines neuen Wohnortes hatte sich eingesetzt, dass der deutsche Arzt und auch sein Sohn trotzdem in Australien bleiben und einwandern dürfen. Schon Jesus sagte, man muss Behinderte schützen, auch vor behinderungsbedingten Benachteiligungen.

Das Merkzeichen Tbl finde ich gut, vereinfacht ja alles, weil zwei verschiedene Behinderungen aufeinander treffen und so eine neue Art Behinderung erzeugen. Bin im Beantragungsverfahren eines Verschlimmerungsantrags für "Bl" wegen erheblicher Einschränkung meines Gesichtsfeldes und Adaptionsprobleme zwischen Hell und Dunkel, und auch Probleme auf dem Arbeitsweg in den Wintermonaten, eine Mobilitätstraining ist beantragt und dürfte im Februar beginnen. Hätte es schon "Tbl" gegeben, dann hätte ich auf jeden Fall "Tbl" beantragt.

Ich finde, dass auch Taubblinde weltweit miteinander Kontakt haben sollten. Bei sehenden Gehörlosen und hörenden Blinden ist das längst selbstverständlich.
8.11 J.Jäck, Hamburg
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#2 IR 2010-11-03 17:18
Hier ein Kommentar aus der Unterschriftenliste:

Ich bin selbst betroffen, taub und draußen praktisch blind. Ich möchte hinzufügen, dass taubblinde Menschen nicht allein aus dem Haus gehen können, da sie an Ampeln keine Chance haben. Ich kann die Signale der Fußgängerampeln nicht wahrnehmen. Daher sollte es für notwendige Gänge ein Recht auf Begleitung geben (auch wichtige Einkäufe und Friseurbesuche, soziale Kontakte gehören dazu) Eine wichtige Initiative!

S. Schmidt-Brücken, Berlin,
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#1 RCloerkes 2010-04-13 17:28
Als Mutter eines taubblinden Sohnes begrüße ich die Initiative dieser Stiftung sehr. Die Selbsthilfegruppen und die Möglichkeit, ab und zu eine Assistenz zu erhalten sind eine enorme Hilfe und ein großer Segen. Der Bedarf nach mehr Assistenz und nach geeigneten Wohnangeboten für taubblinde Menschen ist groß. Betroffene und ihre Familien benötigen noch viel mehr Unterstützung!

R. Cloerkes, NRW
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